Die Sperrnächte

Schon mal von den Sperrnächten gehört? Vielleicht fragst du dich auch “Was die Sperrnächte sind”… hier eine kleine Einführung!

Die dunklen Wochen des Jahres haben etwas Magisches. Die Natur zieht sich zurück, alles scheint stillzustehen, und wir spüren, dass etwas Neues in der Luft liegt. Doch bevor das Licht zur Wintersonnenwende wiedergeboren wird, gibt es eine oft vergessene, aber kraftvolle Phase im Jahreskreis: die Sperrnächte. Sie erinnern uns daran, dass jeder Neubeginn erst dann gelingt, wenn wir das Alte bewusst abschließen.

Schloß zum verschließen einer alten Holztür

ZEIT DES SPERRENS & LOSLASSENS

Die Sperrnächte, die vom 8. bis 20. Dezember dauern, stammen aus alten germanischen Überlieferungen. Früher war diese Zeit eine Phase des „Sperrens“: Werkzeuge wurden verstaut, Arbeiten eingestellt und das Jahr symbolisch abgeschlossen. Es war die Zeit des Rückzugs und der Ordnung – sowohl im Haushalt als auch im Geist.

Doch in unserer modernen Welt geraten die Sperrnächte oft in Vergessenheit. Wir sind so fokussiert auf das, was sein soll – auf Visionen, Wünsche und das kommende Jahr –, dass wir kaum innehalten, um auf das zu schauen, was war. Dabei liegt in der Rückschau eine tiefe Weisheit. Wie oft hören wir Sätze wie: „Dieses Jahr war echt verhext – hoffentlich wird nächstes Jahr besser!“ Aber ohne zu reflektieren, warum etwas „verhext“ war, laufen wir Gefahr, die gleichen Muster und Herausforderungen immer wieder zu erleben.

Warum Rückschau so wichtig ist

Die Sperrnächte laden uns ein, bewusst innezuhalten und das vergangene Jahr anzusehen – nicht nur mit kritischem Blick, sondern auch mit Dankbarkeit. Was lief nicht gut, und warum? Was haben wir daraus gelernt? Welche Themen wollen wir „wegsperren“ und nicht ins neue Jahr mitnehmen? Ohne diesen Prozess des Loslassens wird jede Vorausschau unvollständig bleiben. Die Vergangenheit zeigt uns, welche Weichen wir stellen müssen, um Neues erfolgreich zu manifestieren.

Die Natur macht es uns vor: Pflanzen ziehen ihre Säfte zurück, Tiere halten Winterschlaf, und alles Überflüssige wird losgelassen, um Kraft für den Neubeginn zu sammeln. Diese natürliche Bewegung des Loslassens können wir auch in uns spüren und gestalten.

Die Rauhnächte: Zwischen den Zeiten träumen und manifestieren

Je nach Zählweise beginnen die mystischen Rauhnächte entweder am 21. Dezember, der Wintersonnenwende, oder am 24. Dezember und dauern bis zum 5. Januar. Sie gelten als Schwellenzeit, in der die Tore zur Anderswelt weit offenstehen. Jede Nacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Während die Sperrnächte uns auf die Reflexion einstimmen, widmen wir uns in den Rauhnächten der Vorausschau: Träumen, Orakeln und Manifestieren.

Hier treffen sich Vergangenheit und Zukunft: Das, was wir in den Sperrnächten losgelassen haben, schafft Platz für die Wünsche und Visionen, die wir in den Rauhnächten formulieren. Ohne diese Verbindung bleibt die Arbeit oberflächlich – denn nur wer die Vergangenheit versteht, kann die Zukunft bewusst gestalten.

Die Sperrnächte und Rauhnächte sind keine getrennten Phasen, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Sie zeigen uns, dass Loslassen und Neubeginn untrennbar miteinander verbunden sind. Indem wir die Vergangenheit ehren und verstehen, schaffen wir die Grundlage für eine erfüllte und bewusste Zukunft.

Wie du beide Phasen für dich nutzen kannst

In unserer schnelllebigen Zeit fällt es oft schwer, die Sperrnächte und Rauhnächte klar zu trennen. Viele Menschen haben nicht die Möglichkeit, ab dem 8. Dezember intensiv zu reflektieren und sich dann ab dem 24. Dezember ausschließlich auf die Zukunft zu konzentrieren. Deshalb ist es umso wichtiger, beide Aspekte – Rückschau und Vorausschau – bewusst miteinander zu verbinden.

Wenn du die Sperrnächte bewusst gestalten möchtest:

꧁ Rückblick: Nutze jeden Tag, um auf einen Monat des vergangenen Jahres zurückzuschauen. Schreibe auf, was gut lief, was schwierig war und was du lernen konntest.

꧁ Loslassen: Verabschiede dich von alten Mustern, Ängsten oder Verhaltensweisen, die dich zurückhalten. Schreibe diese Themen auf und verbrenne sie als symbolischen Akt.

꧁ Reinigung: Räuchere dein Zuhause mit Beifuß, Wacholder oder Salbei, um stagnierende Energien zu vertreiben.

In den Rauhnächten:

꧂ Vorausschau: Notiere jeden Abend deine Wünsche und Träume für den Monat, den die jeweilige Rauhnacht repräsentiert.

꧂ Manifestieren: Schreibe 13 Wünsche auf, verbrenne jede Nacht einen Zettel und überlasse ihn dem Universum. Den letzten Wunsch erfüllst du selbst.

꧂ Träume: Halte deine Träume fest – sie können wertvolle Hinweise für das kommende Jahr enthalten.

Wenn du dir nur die Zeit der Rauhnächte nehmen kannst, ist es hilfreich, beide Aspekte gleichermaßen einzubinden:

  • Widme die ersten Nächte der Rückschau auf 2024. Was möchtest du abschließen, loslassen oder hinter dir lassen?

  • Nutze die späteren Nächte für die Vorausschau auf 2025. Was möchtest du erschaffen, anziehen und in deinem Leben verwirklichen?

So verbindest du die Essenz von Sperrnächten und Rauhnächten – und schaffst eine harmonische Balance zwischen Vergangenheit und Zukunft.

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