Wie uns Samhain mit unseren Vorfahren verbindet!

Das Licht in der Dunkelheit: Was wir von unseren Ahnen lernen können

Warum Ahnenarbeit mehr ist als nur Friedhofsbesuche

Ein Begriff, bei dem man sich unweigerlich fragt: Warum sollte ich mich mit Menschen beschäftigen, die vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten gelebt haben? Reicht es nicht, ab und zu auf Friedhöfen an Allerheiligen ein paar Tränen zu verdrücken, während wir vor Grabsteinen stehen, deren Namen uns oft nicht viel sagen? Aber genau hier liegt der Punkt – was wissen wir wirklich über diese Menschen, die uns so viel mehr hinterlassen haben als bloß einen Namen auf einem Stein?

Das Erbe der Ahnen: Mehr als nur DNA

Unsere Ahnen leben in uns weiter – nicht nur in Form von Geschichten oder alten Fotoalben, sondern auf einer viel tieferen, oft unsichtbaren Ebene. Wissenschaftlich erwiesen, tragen wir die DNA unserer Großeltern in uns. Und nein, das bedeutet nicht nur, dass wir Omas Nasenspitze oder Opas Augenfarbe geerbt haben. Es geht um emotionale Erbschaften, um Traumata, die uns prägen, ohne dass wir uns ihrer bewusst sind. It Didn’t Start With You von Mark Wolynn und Emotional Inheritance von Galit Atlas erklären eindrucksvoll, wie tief diese transgenerationalen Lasten in uns wirken. Traumata, ungelöste Konflikte, aber auch verborgene Gaben werden über Generationen weitergegeben. Sie formen unser Leben, unsere Beziehungen und oft auch unsere tiefsten Ängste – und das, ohne dass wir sie selbst erlebt haben.


Was uns unsere Ahnen hinterlassen…

Warum also nicht beginnen, diese Lasten und Schätze unserer Ahnen bewusst zu erforschen? Samhain, das keltische Neujahrsfest, bietet uns den perfekten energetischen Rahmen dafür. Die Schleier zwischen den Welten sind dünn, und es ist die Zeit des Jahres, in der wir uns mit unseren Wurzeln auseinandersetzen dürfen – und ja, vielleicht sogar sollten. Samhain lädt uns ein, innezuhalten, in die Dunkelheit zu blicken und das Verborgene zu beleuchten. Und nein, ich spreche hier nicht von Hokus-Pokus oder Geisterbeschwörung. Ahnenarbeit hat nichts Mystisches im übernatürlichen Sinne, sondern ist zutiefst real und greifbar.

Es geht darum, zu erkennen, dass wir nicht allein mit unseren emotionalen Herausforderungen sind. Unsere Ahnen waren es, die diese Lasten oft zuerst getragen haben, und sie sind es, die uns in dieser Zeit die Möglichkeit geben, diese Muster zu erkennen und zu transformieren. Es ist keine einfache Reise, und ja, sie erfordert Mut. Denn wie viele von uns haben wirklich den Mut, sich mit den Schatten ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen? Aber genau in diesen Schatten liegt oft die tiefste Heilung.

Unsere Ahnen hinterlassen uns jedoch nicht nur ihre Wunden. Sie hinterlassen uns auch ihre Stärken, ihre Talente und ihre Weisheiten. In jeder Familienlinie gibt es nicht nur den Schmerz, sondern auch unermessliche Gaben, die oft unter der Oberfläche schlummern. Wenn wir uns mit unseren Vorfahren verbinden, öffnen wir uns für diese verborgenen Schätze. Es ist, als würden wir ein tiefes Erbe in uns aktivieren – und mit diesem Erbe kommt auch Verantwortung. Denn wir sind nicht nur die Erben unserer Ahnen, wir sind auch die Ahnen der Zukunft.

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Ein Ritual für den Beginn: Erstelle deine Ahnen-Tafel

Was möchten wir den kommenden Generationen mitgeben? Wollen wir weiterhin ungeklärte Traumata und alte Gelübde weitertragen, oder wollen wir die Kette durchbrechen? Indem wir uns mit unseren Wurzeln auseinandersetzen, haben wir die Möglichkeit, die Dinge zu transformieren, die uns nicht mehr dienen. Es ist ein Prozess, der tief in die Dunkelheit führt, aber aus dieser Dunkelheit erwächst neues Licht.

Samhain ist der perfekte Moment, um diese Arbeit zu beginnen. Es ist die Zeit, in der wir uns nicht nur mit den Toten verbinden, sondern auch mit dem, was in uns selbst „gestorben“ ist – den Anteilen von uns, die wir vielleicht über Generationen hinweg verdrängt haben. Es ist die Zeit, um zu erkennen, dass wir Teil eines größeren Kreislaufs sind – und dass dieser Kreislauf nicht erst mit unserer Geburt beginnt, sondern sich über Jahrhunderte und Generationen erstreckt.


Wissenschaftliche Erkenntnisse: Traumata und epigenetische Weitergabe

Vielleicht startest du dieses Jahr mit diesem einfachen Ritual: Erstelle eine Ahnen-Tafel, sprich mit deinen Großeltern, Urgroßeltern oder anderen Familienmitgliedern. Finde heraus, wer diese Menschen wirklich waren – und was sie dir hinterlassen haben. Nutze diese Zeit, um die Geschichten deiner Familie zu sammeln, die du vielleicht noch nie gehört hast. Jeder Name auf einem alten Foto birgt ein Leben voller Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge. Und all diese Erfahrungen wirken in dir weiter – ob du es willst oder nicht. Und: Nutze die Zeit mit deinen Großeltern, wer weiß wie lange du sie hast!!!

Es geht nicht darum, Ahnenarbeit als ein romantisches oder spirituelles Ideal zu sehen. Es geht darum, sich der Realität zu stellen:

Wir sind mehr als nur das Produkt unserer eigenen Entscheidungen. Wir tragen das Erbe unserer Vorfahren in uns, und dieses Erbe formt uns – sowohl im Schatten als auch im Licht. Indem wir uns mit diesen Ahnen verbinden, können wir erkennen, was wir tragen, was wir heilen und was wir feiern dürfen. Und ja, das ist nicht immer bequem. Aber wer sagt, dass Transformation einfach ist?

Nutze Samhain, um in dich zu gehen, um die Stimmen deiner Ahnen zu hören – nicht nur die, die auf den Friedhöfen liegen, sondern die, die tief in deinem Inneren weiterleben. Samhain ist ein Tor, durch das wir schreiten dürfen, um uns selbst besser zu verstehen. Wir tragen nicht nur die Lasten unserer Ahnen, wir tragen auch ihre Gaben. Jetzt ist die Zeit, beides zu erkennen und beides zu ehren. Denn am Ende geht es darum, nicht nur unsere Vergangenheit zu verstehen, sondern auch die Zukunft, die wir erschaffen wollen – für uns selbst und für die, die nach uns kommen.

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Rauhnächte: Rituale

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Zwischen den Welten – Samhain und Allerheiligen: